Lagerkosten senken, Liquidität steigern

7 Schritte zur Reduzierung der Lagerbestände: In unserem heutigen Blogbeitrag möchten wir Ihnen Tipps für ihre Mandaten geben, wie sie Liquidität im Unternehmen freisetzen können.   

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In vielen Unternehmen wird zum Jahreswechsel mit hohem Aufwand die Inventur durchgeführt. Häufig ist in der Praxis zu erkennen, dass mit den vorliegenden Inventurwerten keine weiteren Maßnahmen zur Optimierung der Lagerbestände initiiert werden. Gerade jetzt wäre aber der richtige Zeitpunkt um hier gegenzusteuern.

Natürlich können mit einem vollen Lager die Unternehmen jederzeit liefern. Aber in vielen Unternehmen ist das Lager auch voll mit Waren, die nicht mehr abverkauft werden können aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation. Solche Vorräte kosten dem Unternehmen bares Geld. Schließlich haben die Unternehmen die Waren längst bezahlt. Ich möchte ihnen ein paar Anregungen geben wie Ihre Mandanten die Lagerbestände senken und dadurch Liquidität freisetzen können.

Lagerbestände bauen sich häufig langsam und nahezu unbemerkt auf. Die Einflussfaktoren sind vielschichtig, häufig liegt die Ursache darin, dass sich die Mitarbeiter nur unzureichend mit dem Thema Lagerbestände auseinandersetzen. Lagerkennzahlen wie Reichweitenanalyse, Umschlagshäufigkeit usw. fehlen. Am Lager geht man schnell vorüber - und wer weiß schon genau, welche Teile wann und in welcher Stückzahl benötigt werden? Aber: 

  • Jedes Lagerteil bindet Liquidität in Ihrem Betrieb. Denn Sie müssen Rohstoffe oder andere Materialien kaufen und bezahlen. Diese Liquidität erhalten Sie in der Regel erst zurück, wenn Sie aus den Einzelmaterialien Produkte hergestellt und diese verkauft haben.
  • Auch Fertigwaren, die gelagert werden, binden die Liquidität, weil sie zunächst keinen Erlös/Umsatz bringen.
  • Ein Lager braucht außerdem Platz: Mit Verschlankungsmaßnahmen können ggf. Mietkosten eingespart werden.

Eine sinnvolle Reduzierung der Lagermengen führt dazu, dass ihre Liquidität steigt. Außerdem kann diese an anderer Stelle für das Unternehmen arbeiten. Beispielsweise können Kredite getilgt oder wichtige Investitionen ohne zusätzliche Liquidität durchgeführt werden.

7 Schritte zur Reduzierung der Lagerbestände 

Schritt 1: Ermittlung der aktuellen Lagerbestände
Hierzu können die Unternehmen ihre bestehende Inventurdaten verwenden. Bilanzierende Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, mindestens einmal pro Jahr eine Inventur vorzunehmen, bei der die Lagerbestände einzeln erfasst werden müssen. Liegt der Inventurzeitpunkt noch nicht lange zurück bzw. nutzen Sie die Möglichkeit der fortlaufenden Inventur, können Sie die Bestände anhand dieser Unterlagen ermitteln, ohne dass Sie die Waren tatsächlich zählen müssen. Wenn die letzte Inventur schon eine Weile zurückliegt, brauchen Sie aktuelle Daten. In diesem Fall kommen Sie nicht um eine ausführliche Bestandsaufnahme herum.

Schritt 2: Bewerten Sie die Bestände mit Preisen:
Bewertung der Einkaufsteile: Hierzu gehen Sie Ihre Listen positionsweise durch und geben für jedes Material oder jeden Rohstoff den Einkaufspreis ein. Die Preise können Sie entweder den Preislisten Ihrer Lieferanten entnehmen oder den aktuellen Lieferantenrechnungen. Bewertung der Fertigwaren/Halbfabrikate: Zur Bewertung Ihrer Fertigwaren und Halbfabrikate genügt es mithilfe der Kalkulation die Selbstkosten zu ermitteln.

Schritt 3: Entrümpeln Sie den Lagerbestand durch Aussortieren und Entfernen von Ladenhütern.
Zwar werden Sie in vielen Fällen nur noch einen Bruchteil des Kauf- oder Herstellpreises bekommen, aber auch diese Beträge verbessern Ihre Liquidität. Zudem schaffen Sie sich freie Lagerflächen und können Lagerräume schließen oder an den Vermieter zurückgeben.
Sie haben grundsätzlich vier Möglichkeiten, sich von Ihren Ladenhütern zu trennen:

  • Verwertung
  • Lieferantengutschrift
  • Verkauf
  • Sonderabschreibung und Verschrottung

Schritt 4: Optimieren Sie den Lagerbestand durch eine bedarfsgerechte Bestandsführung.
Nach der Entfernung der «Ladenhüter» können Sie die übrigen Bestände optimieren. Das bedeutet, dass die Materialien und Waren, die Sie regelmäßig benötigen, entsprechend ihrem Wert und ihrer Bedarfshäufigkeit

  • mit der ABC-Analyse klassifizieren,
  • für wertvolle Teile Mindestmengen festlegen und
  • das Bestellverhalten anpassen.

Vor allem bei Materialien und Waren mit hohem Bestandswert lohnt es sich, vergleichsweise viel Arbeit für die Bestandsoptimierung aufzuwenden. Denn hier haben bereits geringfügig höhere Lagerbestände zur Folge, dass sich Ihre Kapitalbindung erhöht.

Schritt 5: Stellen Sie Ihr Bestellverhalten bei wertvollen Teilen um.
Hohe Kapitaleinsparungen können Sie erzielen, wenn Sie für Materialien und Stoffe mit hohem Bestandswert die Bestellgewohnheiten ändern. Führen Sie die bedarfsgerechte Lieferung ein, also die Anlieferung von Materialien möglichst kurz vor dem Zeitpunkt ihrer Verwendung.

Schritt 6: Verbessern Sie kontinuierlich die Konditionen für Ihren Einkauf.
Bei den Beschaffungsteilen wird der Wert Ihrer Lagerbestände auch vom Einkaufspreis bestimmt. Daher sollten Sie in regelmäßigen Abständen prüfen, ob Sie nicht eine Verbesserung der Konditionen bei Ihren Lieferanten erreicht werden können.

Schritt 7: Implementieren Sie Lagerkennzahlen.
Nutzen Sie Lagerkennzahlen wie Umschlagshäufigkeit, Lagerreichweite, durchschnittlicher Lagerbestand, Lagernutzungsgrad um eine Nachhaltigkeit im Prozess zu erreichen. Somit bekommen sie früh Indikatoren um im Prozess gegenzusteuern.

Gerne unterstützen wir Ihre Mandanten bei der Optimierung ihrer Lagerstrukturen.

About the Author Berthold Rall

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